Die erste Therapiesitzung

Der erste Termin in einer Psychotherapiepraxis ist für viele Menschen mit Unsicherheit verbunden. Vielleicht fragen Sie sich, was Sie erwartet, ob Sie „die richtigen Worte“ finden oder ob Ihr Anliegen überhaupt wichtig genug für eine Therapie ist.

Viele Patientinnen und Patienten kommen mit Gedanken wie:
„Vielleicht ist mein Problem gar nicht so schlimm.“ oder „Andere Menschen brauchen diesen Platz bestimmt dringender als ich.“ Manche wissen auch nicht genau, wo sie anfangen sollen oder was sie in der ersten Stunde erzählen sollen.

Diese Gedanken sind sehr verständlich und kommen häufig vor. In der ersten Sitzung geht es jedoch nicht darum, alles perfekt zu erklären oder sofort eine klare Geschichte zu erzählen. Es reicht vollkommen aus, einfach mit dem zu beginnen, was Ihnen im Moment wichtig erscheint.

Wichtig ist: Leid ist immer individuell. Was für einen Menschen sehr belastend ist, kann für einen anderen vielleicht anders wirken – und trotzdem ist es wichtig, dass Ihr eigenes Erleben gesehen und ernst genommen wird. Wenn Sie selbst spüren, dass etwas Sie belastet oder Ihr Leben beeinträchtigt, ist es völlig berechtigt, sich Unterstützung zu suchen.

Die erste Sitzung dient vor allem dazu, sich kennenzulernen. Sie haben die Möglichkeit, in Ruhe zu erzählen, was Sie beschäftigt, und wir können gemeinsam schauen, welche Fragen oder Themen für Sie im Vordergrund stehen. Gleichzeitig können Sie auch einen Eindruck davon bekommen, ob Sie sich im Gespräch wohl und verstanden fühlen.

Der Schritt, eine Therapie zu beginnen, erfordert oft Mut. Dass Sie diesen Schritt gehen, ist bereits ein wichtiger Anfang.

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